Für eine Modelbewerbung brauchst du keine aufwendige Fashion-Produktion. Du brauchst Bilder, auf denen eine Agentur schnell und verlässlich erkennt, wie du jetzt aussiehst. Genau dafür sind Polas da – international meist Digitals genannt.

Die wichtigste Regel lautet: Deine Polas sollen klar, aktuell und unverfälscht sein. Ein Smartphone kann dafür ausreichen. Ein professionelles Shooting ist dann sinnvoll, wenn du das Licht, die Perspektiven oder die geforderten Ansichten nicht sicher selbst umsetzen kannst. Dieser Guide zeigt beide Wege, damit du nicht unnötig Geld ausgibst und trotzdem vollständiges Material einreichst.

Die sichere Basis: Portrait neutral · Portrait freundlich · Profil · Halbfigur · Ganzkörper frontal · Ganzkörper seitlich.

Neutraler Hintergrund, weiches Tageslicht, körpernahe Kleidung, natürliche Haare, wenig bis kein Make-up und keine Retusche.

Stand: September 2026. Anforderungen unterscheiden sich von Agentur zu Agentur und können sich ändern. Prüfe vor jeder Bewerbung die offizielle Bewerbungsseite deiner Wunschagentur.

Was sind Polas – und was sollen sie zeigen?

Der Name stammt von den früher verwendeten Polaroid-Aufnahmen. Heute entstehen Polas digital, ihre Funktion ist aber gleich geblieben: Sie zeigen Gesicht, Haut, Haare, Haltung und Proportionen ohne ein aufwendiges Konzept. Kund:innen und Booker:innen sollen dich auf den Bildern wiedererkennen, wenn du zu einem Casting oder Set kommst.

Polas sind deshalb etwas anderes als eine Sedcard oder ein Modelbook. Sie müssen nicht spektakulär wirken. Sie müssen vergleichbar und glaubwürdig sein. Filter, Beauty-Retusche oder dramatische Posen nehmen der Agentur genau die Informationen, für die sie die Bilder angefordert hat.

Ein gutes Pola sagt nicht: „So glamourös kann ich aussehen.“ Es sagt: „So sehe ich heute aus – und so sicher kann ich vor einer Kamera stehen.“

Die vollständige Polas-Foto-Checkliste

Manche Agenturen verlangen nur drei Aufnahmen, andere fünf oder mehr. Mit den folgenden sechs Motiven hast du eine solide Auswahl, aus der du die jeweils geforderten Dateien einreichen kannst.

01

Portrait neutral

Frontal, Blick in die Kamera, entspannter Mund und Haare aus dem Gesicht.

02

Portrait freundlich

Natürliches Lächeln oder offener Ausdruck, ohne Beauty-Pose.

03

Profil

Kopf seitlich, Hals lang, Haare zurückgenommen und Gesichtskontur sichtbar.

04

Halbfigur

Vom Kopf bis ungefähr zur Hüfte, frontal und mit ruhiger Körpersprache.

05

Ganzkörper frontal

Kopf, Hände und Füße vollständig im Bild; Gewicht gleichmäßig verteilt.

06

Ganzkörper seitlich

Saubere Seitenansicht ohne verdrehte Hüfte oder übertriebene Pose.

Bei langen Haaren sind zusätzliche Varianten mit offenen und zusammengebundenen Haaren hilfreich. Nahaufnahmen von Händen, eine Rückansicht oder Bilder in Swimwear gehören nur dann in die Bewerbung, wenn die Agentur sie ausdrücklich verlangt und du dich in diesem Bereich bewerben möchtest.

Beispiel für ein reduziertes Model-Portrait in schwarzem Top vor neutralem Hintergrund
Reduzierte Kleidung und ein ruhiger Hintergrund halten den Fokus auf Gesicht und Haltung. Beispielbild: Sydney Sang / Pexels.

Was Modelagenturen tatsächlich verlangen

Es gibt keinen universellen Pola-Standard. Die Grundidee ist ähnlich, aber Umfang, Kleidung und Dateivorgaben unterscheiden sich. Drei aktuelle Beispiele zeigen, warum du nicht einfach dieselbe Auswahl an jede Agentur senden solltest:

BeispielVerlangte MotiveBesonderheiten
Paragon ModelsPortrait, Profil und GanzkörperNeutraler und lachender Ausdruck; bei langen Haaren offen und geschlossen.
WIMA ModelsPortrait, Profil, Halbtotale und TotalePolas werden separat vom Portfolio hochgeladen; Filter werden nicht akzeptiert.
agentur four onePortrait, Seite und GanzkörperNeutraler Hintergrund, gleichmäßiges Licht, wenig Make-up und kein inszeniertes Posing.

Die wichtigste Bewerbungsvorbereitung besteht deshalb nicht im Fotografieren, sondern im Lesen: Notiere für jede Wunschagentur die geforderten Ansichten, Kleidung, Dateigröße und zusätzlichen Angaben. Reiche nur ein, was verlangt wird.

Was solltest du für Polas anziehen?

Kleidung soll deine Proportionen erkennbar machen, ohne selbst zum Thema zu werden. Gut funktioniert ein einfarbiges, körpernahes Top oder T-Shirt mit einer geraden Jeans oder schlichten Hose. Wähle saubere, dezente Schuhe und Unterwäsche, die sich unter der Kleidung nicht stark abzeichnet.

Gute Basis

  • Schwarz, Grau, Weiß oder ruhige Naturtöne
  • Gut sitzende Jeans oder schlichte Hose
  • Einfarbiges Top, T-Shirt oder Tanktop
  • Gepflegte, natürliche Haare
  • Sehr wenig oder kein Make-up

Lieber vermeiden

  • Große Logos und unruhige Muster
  • Oversize-Looks, die die Silhouette verdecken
  • Starker Schmuck oder auffällige Accessoires
  • Kontur-Make-up, falsche Wimpern und Glitzer
  • Styling, das nicht deinem aktuellen Alltag-Look entspricht

Wenn eine Agentur bestimmte Kleidung, High Heels oder Swimwear nennt, gilt deren Vorgabe. Du musst dich jedoch nie zu Aufnahmen drängen lassen, mit denen du dich nicht wohlfühlst. Bei minderjährigen Bewerber:innen sollten Erziehungsberechtigte von der Planung bis zur Einreichung einbezogen sein.

Polas selber machen: das einfache Smartphone-Setup

  1. 01
    Ruhigen Hintergrund suchen

    Eine helle, einfarbige Wand eignet sich besser als ein eingerichtetes Zimmer. Entferne Bilder, Pflanzen und sichtbare Kabel aus dem Ausschnitt.

  2. 02
    Weiches Tageslicht nutzen

    Stelle dich nahe an ein großes Fenster oder fotografiere draußen im offenen Schatten. Vermeide direkte Mittagssonne und gemischtes gelbes Raumlicht.

  3. 03
    Kamera richtig positionieren

    Nutze die normale Hauptkamera statt Selfie- oder Ultraweitwinkel-Kamera. Für Ganzkörperbilder sollte das Telefon ungefähr auf Höhe deiner Körpermitte stehen und mehrere Meter entfernt sein.

  4. 04
    Gerade und vollständig fotografieren

    Halte die Kamera parallel zum Boden. Lass bei Ganzkörperbildern etwas Raum über dem Kopf und unter den Füßen, ohne die Person winzig im Bild erscheinen zu lassen.

  5. 05
    Wenige klare Varianten aufnehmen

    Fotografiere jedes Motiv zwei- oder dreimal. Kleine Unterschiede in Blick und Haltung reichen; wilde Posen erschweren die Auswahl.

  6. 06
    Dateien neutral auswählen

    Wähle scharfe, korrekt belichtete Bilder. Deaktiviere Filter und Portraitmodus. Eine neutrale Belichtungs- oder Farbkorrektur ist okay, Haut- und Körperformung nicht.

Die zehn häufigsten Fehler bei Model Polas

  • Veraltete Bilder: Haarlänge, Haarfarbe oder Körper entsprechen nicht mehr deinem aktuellen Look.
  • Beauty-Filter: Haut, Augen, Gesichtskonturen oder Proportionen werden sichtbar verändert.
  • Portraitmodus: Haare und Körperkanten verschwimmen im künstlichen Hintergrund.
  • Weitwinkel: Eine zu nahe Kamera verzerrt Beine, Kopf oder Gesicht.
  • Falsche Kamerahöhe: Starkes Fotografieren von oben oder unten verändert die Proportionen.
  • Harte Sonne: Tiefe Schatten verdecken Augen und Gesichtszüge.
  • Unruhiger Raum: Möbel und Dekoration lenken vom Model ab.
  • Abgeschnittene Körperteile: Füße, Hände oder Kopf fehlen in der Ganzkörperansicht.
  • Zu viel Posing: Hüfte, Schultern und Gesicht sind so verdreht, dass Proportionen kaum beurteilbar sind.
  • Unklare Dateien: Beliebige Dateinamen, falsche Formate oder zu große Anhänge erschweren die Bewerbung.

Brauchst du neben Polas auch ein Vorstellungsvideo?

Foto-Polas bleiben die Basis, doch Video wird für manche Model- und Castingagenturen wichtiger. Fisher’s House ermöglicht im Bewerbungsprozess zusätzlich Video-Links. Die Hamburger Agentur Misfit Models bittet ausdrücklich um ein kurzes E-Casting-Video, damit neben dem Aussehen auch Persönlichkeit und Auftreten eingeschätzt werden können.

Wenn ein Video verlangt wird, filme etwa 20 bis 40 Sekunden im Hoch- oder Querformat entsprechend der Vorgabe. Stelle dich in ruhiges Licht, nenne Namen, Wohnort und relevante Fähigkeiten und sprich direkt in die Kamera. Verzichte auf Musik, Schnitte, Beauty-Filter und auswendig gelernte Werbesprache. Ein einfacher, sympathischer Eindruck ist wertvoller als eine aufwendige Inszenierung.

Polas selber machen oder professionell fotografieren lassen?

Eine professionelle Session ist keine Voraussetzung für jede erste Bewerbung. Sie ist eine Dienstleistung für Menschen, die technische Sicherheit, eine vollständige Auswahl oder Anleitung vor der Kamera brauchen.

Selber machen reicht oft, wenn …Professionelle Hilfe lohnt sich, wenn …
die Agentur einfache Smartphone-Bilder akzeptiert,du mehrere konkrete Ansichten zuverlässig liefern musst,
du gutes Tageslicht und eine ruhige Wand hast,dir ein geeigneter Aufnahmeort oder gleichmäßiges Licht fehlt,
eine andere Person dich gerade fotografieren kann,du allein keine unverzerrten Ganzkörperbilder hinbekommst,
du dich vor der Kamera sicher und natürlich bewegst.du Anleitung bei Haltung, Ausdruck und Auswahl möchtest.

Bei einem guten Polas Shooting in Hamburg geht es deshalb nicht um starke Retusche oder ein künstliches Ergebnis. Es geht darum, die Vorgaben sauber abzuarbeiten, eine konsistente Auswahl zu erstellen und dir genug Anleitung zu geben, damit du dich auf den Bildern wiedererkennst.

Essential 149 € · Guided 250 €

Du möchtest deine Polas nicht allein erstellen?

Schick mir die Vorgaben deiner Wunschagentur und erzähl mir kurz, wofür du die Bilder brauchst. Wir klären ehrlich, welches Paket passt – oder ob deine eigenen Aufnahmen bereits ausreichen.

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Polas, Sedcard und Modelbook: der nächste Schritt

Polas dokumentieren deinen aktuellen Look. Eine Sedcard kombiniert ausgewählte Bilder und Modeldaten zu einer kompakten Präsentation. Ein Modelbook oder Portfolio zeigt mit einer größeren Auswahl deine Erfahrung und Bandbreite.

Wenn du ganz am Anfang stehst, lies als Nächstes den ehrlichen Guide zum Modelwerden in Hamburg. Dort findest du den sinnvollen Ablauf von der Positionierung über die Agenturbewerbung bis zum gezielten Portfolio-Aufbau.